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Christoph Hentschel
Solidarität mit den Streikenden!
Es geht ums ganze!
Durch die wochenlange Auseinandersetzung im Öffentlichen Dienst kommen
die Forderungen der Arbeitgeber immer mehr zum Vorschein. Edmund Stoiber
kündigt einen Abbau von 11.000 Stellen an und Thüringens
Ministerpräsident Althaus will die Arbeitszeit gleich auf 42 Stunden
erhöhen und damit massiv Stellen abzubauen. Es ging also von vorneherein
nicht um die Mehrarbeit sondern um Stellenabbau.
Auch das Argument der leeren Kassen zieht nicht mehr. Hätte der Bund,
die Länder und die Kommunen nicht in den letzten Jahren
Milliardengeschenke an die großen Unternehmen und die Reichen gemacht,
bräuchte man heute nicht bei den Beschäftigten zu sparen. Und
hätte man dazu noch auf die Milliarden Euro für die Umrüstung
der Bundeswehr verzichtet, hätte man heute sogar Geld, um z.B. in die
Bildung zu investieren.
Die Beschäftigten streiken damit nicht nur für ihre eigenen
Interessen. Stellenabbau bedeutet immer auch eine Reduzierung von
Ausbildungsplätzen und damit auch von Zukunftschancen Jugendlicher. Und
wer jetzt schon 40 Stunden und mehr arbeitet, wird sicher nicht auf Arbeitgeber
stoßen, die dann noch nach Gerechtigkeit schreien. Eine weitere
Ausweitung der Arbeitszeit ist vorprogrammiert.
Inzwischen ist offensichtlich, dass ein weiteres Ziel verfolgt wird. Die
Sturheit des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) unter der Führung des
Sozialdemokraten Widder deutet auf einen größeren Plan hin. Einer
der stärksten Bezirke der Gewerkschaft ver.di soll durch dieses Vorgehen
in die Knie gezwungen werden. Den Arbeitgebern scheint nicht zu passen, dass
die Gewerkschaft in der Auseinandersetzung zehntausende Mitglieder gewonnen hat
und die Beschäftigten sich nicht mehr alles gefallen lassen. Hier soll nun
ein Exempel statuiert werden. Durch einen verlorenen Streik soll die
Gewerkschaftsbewegung auf Dauer geschwächt werden. Denn die Niederlage von
ver.di würde sich auch auf die anstehenden Tarifauseinandersetzungen in
der Metallindustrie auswirken.
Politiker wie die Bürgermeister von Stuttgart und Mannheim, Schuster
(CDU) und Widder (SPD), sehen dabei auch in Wahlkampfzeiten über ihre
Parteigrenzen hinweg. Ihnen geht es nicht mehr nur darum, den großen
Unternehmen die Steuereinnahmen hinterher zu schmeißen. Jetzt biedern sie
sich auch noch als Stellenstreicher, Lohndrücker und
Arbeitszeitverlängerer an und wollen damit ein Zeichen für die
Zukunft setzen. Wer diese Politik im Sinne der Unternehmer und Reichen macht,
soll sich doch auch von Ihnen wählen lassen.
Solidarität mit den Streikenden!
38,5 bleibt!
Christoph Hentschel, SDAJ Tübingen
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