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50 Jahre Ostermarsch
Gemeinsam gegen imperialistische Kriegspolitik
Die Bundesregierung plant im Sommer einen Kampfverband mit rund 250 Soldaten
nach Afghanistan zu verlegen. Gleichzeitig wird darüber diskutiert, die
deutschen Truppen in Afghanistan auf bis zu 5.000 Mann aufzustocken und die
Laufzeit des Mandates zu verlängern.
Die ehemaligen Bundeswehr-Generäle Kujat und Willmann wollen das
Eiserne Kreuz als Orden für Mut und Tapferkeit im Einsatz wieder
einführen.
Fünf ehemalige NATO-Generale, darunter der Deutsche Klaus Naumann,
wollen die NATO zum globalen Militärbündnis umbauen, das sich
künftig das Mandat für Kriegseinsätze selbst erteilt- auch
für den atomaren Erstschlag.
Die Ostermärsche sind in ihrem 50. Jahr nicht nur ein Stück
Geschichte der Friedensbewegung. Sie sind ein aktueller und wichtiger Teil der
Mobilisierung gegen Rüstungspolitik und Krieg.
Auf zu den Ostermärschen!
Gemeinsam gegen imperialistische Kriegspolitik!
Bundeswehr raus aus Afghanistan
Die Bundesregierung möchte im Sommer einen zusätzlichen
Kampfverband von 250 Soldaten nach Afghanistan verlegen. In Berlin ist man
bemüht, den Einsatz der schnellen Eingreiftruppe (Quick Reaction Force) als
Routine innerhalb des bisherigen Mandates erscheinen zu lassen, aber die
Einsatzleitlinien sprechen Bände.
Zu den Aufgaben der Bundeswehr soll es dann gehören, "feindliche
Gefechtsfahrzeuge bekämpfen und Mörserfeuer oder
Luftnahunterstützung zum Einsatz" bringen zu können. Die QRF wird
dazu über speziell ausgebildetes Personal verfügen, das Hubschrauber
einweisen und Einsätze von Kampfflugzeugen leiten kann. Ein typischer
Kampfeinsatz. Aufstandsbekämpfung, nicht Aufbauhilfe. Der Kommandeur der
norwegischen Vorgängertruppe redet Klartext: Es wird Tote geben.
Daneben ist es der Job der Eingreiftruppe, "gewaltbereite
Menschenmengen mit nichtletalen Mitteln unter Kontrolle zu bringen". Auf
der Internetseite der Bundeswehr heißt es zusammenfassend: "Der
Einsatz dient damit dem Erhalt der Autorität der afghanischen
Zentralregierung im Norden Afghanistans."
Mit dieser "Autorität" ist es allerdings nicht weit her.
Selbst US-Geheimdienst-Boss Michael McConnell erklärte Ende Februar,
Präsident Karsai - international auch als "Bürgermeister von
Kabul" verspottet - kontrolliere lediglich 30 Prozent des Landes. Und die
Karsai-Regierung gilt als die korrupteste der Welt.
Noch Ende Januar versicherte der Parlamentarische Staatssekretär im
Verteidigungsministerium, Kossendey, während einer aktuellen Stunde im
Bundestag, es werde bei der Obergrenze von 3.500 Bundeswehrsoldaten in
Afghanistan bleiben.
Zwei Wochen später sickerte Stück für Stück durch, dass
die Bundeswehrführung längst an Plänen über eine Ausweitung
des deutschen Kontingentes arbeitet. Die Rede war von 4.000, 4.500 oder sogar
mehr als 5.000 Soldaten.
Gleichzeitig soll das Einsatzgebiet auf den Westen Afghanistans ausgeweitet
werden. Die bisherige Festlegung auf den Norden wird nun so uminterpretiert,
dass lediglich der "Schwerpunkt" im Norden liegen soll.
Bei der nächsten Entscheidung über das Mandat im Bundestag soll
auf alle Fälle dafür gesorgt werden, dass der Afghanistan-Krieg kein
Thema des Bundestagswahlkampfes wird. Ausgerechnet die entscheidende
außenpolitische Frage soll den WählerInnen nicht vorgelegt werden.
Dazu ist geplant, den Mandatszeitraum möglicherweise auf 18 Monate
aufzustocken.
Die Bundesregierung bleibt damit ihrer bisherigen Linie treu: Tarnen,
täuschen, tricksen. Schließlich regiert sie beim Thema weltweite
Bundeswehreinsätze und speziell im Falle Afghanistan gegen immer
größere Bevölkerungsmehrheiten.
Zuletzt ergaben Umfragen, dass mehr als 85 Prozent der Bundesbürger
gegen die Ausweitung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sind.
NATO will weltweites Kriegsbündnis werden
Während die NATO in Afghanistan Krieg führt und die
völkerrechtswidrige Abspaltung des Kosovo von Serbien militärisch
absichert, denkt man innerhalb des imperialistischen Militärbündnisses
über ein neues strategisches Konzept nach.
Bereits beim nächsten Gipfeltreffen, Anfang April in Bukarest, soll der
Auftrag für eine Ausrichtung auf künftige Kriege erteilt werden.
Einflussreiche Kräfte innerhalb der NATO wollen den Kriegspakt künftig
global organisieren und dazu auch Staaten wie Australien, Japan oder Israel
aufnehmen. Die NATO soll dann zu einer Ersatz-UNO umfunktioniert werden, die
sich das Mandat für ihre Kriegszüge künftig selbst erteilt.
Außerdem ist geplant, das Einstimmigkeitsprinzip so aufzuweichen, dass
eine Koalition von Kriegswilligen auch ohne Zustimmung aller NATO-Mitglieder,
weltweit Krieg führen kann.
Dabei wird der Kurs gegen Russland immer weiter verschärft. Neben dem
Aufbau eines Raketen"abwehr"schirmes in Polen und Tschechien ist
inzwischen sogar von einer zusätzlichen NATO-Raketen"abwehr" die
Rede, die sich direkt gegen russische Sicherheitsinteressen richtet. In
Bulgarien und Rumänien werden US-Stützpunkte ausgebaut, die NATO
diskutiert über die Aufnahme weiterer Staaten mit Grenzen zu Russland.
Wladimir Putin hat in einer Rede Anfang Februar davon gesprochen, dass
"bereits ein neues Wettrüsten entfesselt" wurde. "Und wir
waren nicht diejenigen, die angefangen haben." Falls die NATO mit ihrer
Einkreisungspolitik gegenüber Russland fortfährt, könnten schon
bald wieder russische atomare Mittelstreckenraketen auf europäische
Städte gerichtet werden.
Einer der Einpeitscher eines neuen Kalten Krieges gegen Russland ist John
McCain, Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner. Er will die G8 zu
einem antirussischen Club der kapitalischen Ökonomien machen.
Im Januar veröffentlichten fünf ehemalige NATO-Generale - darunter
der frühere Vorsitzende des Militärkomitees, der Deutsche Klaus
Naumann und John Shalikashvili, ehemaliger NATO-Oberkommandeur - Vorschläge
für eine neue NATO-Strategie, die auch den atomaren Angriffskrieg
beinhalten.
- Auslandseinsätze der Bundeswehr stoppen!
- Raus aus der NATO!
- Auflösung aller US-Militärbasen in Europa!
- Rüstungsausgaben radikal reduzieren!
Eisernes Kreuz und Sonderschichten
• Der Reservistenverband schlägt die Wiedereinführung des Eisernen
Kreuzes als Auszeichnung für Tapferkeit im Einsatz vor.
• Der "Verteidigungs"minister lässt in Berlin ein Ehrenmal
für Soldaten errichten, die im Auslandseinsatz umgekommen sind.
• In der Rüstungsindustrie werden Sonderschichten geschoben, um die
Truppe in Afghanistan mit gepanzerten Fahrzeugen zu versorgen.
• Die Bundesregierung organisiert die künftigen Kriegseinsätze der
Bundeswehr - planmäßig, systematisch.
Sage keiner, Deutschland sei in den Krieg "hineingerutscht".
Regierung, Generale und Rüstungsbosse wissen, was sie tun. Im Kampf um
Rohstoffe, Handelswege und Einflusszonen setzen sie auf die militärische
Karte. Damit die Profitwirtschaft reibungslos funktioniert.
50 Jahre Ostermarsch
Gemeinsam für den Frieden
Anfang 1958 formierte sich in Deutschland die Kampagne "Kampf dem
Atomtod". Im gleichen Jahr fand in England der erste Ostermarsch zum
Atomforschungszentrum Aldermaston bei London statt.
Die Ostermärsche sind ein gutes Stück Geschichte der
Friedensbewegung. Und sie sind lebendiger und kreativer Teil des weltweiten
Kampfes gegen Atomwaffen, Rüstungspolitik und Krieg. Ihre Forderungen sind
aktueller denn je.
An Ostern gemeinsam für den Frieden - jetzt erst recht!
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