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Deutsche Kommunistische Partei
Bezirksvorstand Baden-Württemberg
28.11.2005
Solidaritätsadresse an die landesweite Demo der Studierenden am
30.11.05 in Stuttgart
Liebe Freundinnen und Freunde,
wir wünschen Euch viel Erfolg und eine hohe Beteiligung für Eure
heutige landesweite Demonstration gegen Studiengebühren. Bereits im Juni
2000 hatten sich Studierende in Stuttgart mit einer Demonstration gegen deren
Einführung gewehrt; damals hatte sich die Kultusministerkonferenz auf
Gebühren bei Überschreitung der Regelstudienzeiten geeinigt. 30 Jahre
nach der Abschaffung der Studiengebühren wurde damit - unter einer
sozialdemokratisch/grünen Bundesregierung - der erste Schritt zu ihrer
Wiedereinführung getan. Heute, fünf Jahre später, ist es soweit,
sollen per Beschluß des baden- württembergischen Landtags alle
Studierenden mit 500 Euro pro Semester zur Kasse gebeten werden.
Obwohl die PISA-Studien klar gelegt haben, dass unser Bildungs- system so
sozial selektierend wirkt wie in keinem der anderen un- tersuchten Länder,
werden daraus keine Konsequenzen gezogen; im Gegenteil wird noch mehr getan, um
das Bildungsprivileg von Kindern aus begüterten Kreisen zu zementieren -
denn natürlich werden Studiengebühren gerade Kinder aus der
arbeitenden Bevöl- kerung, deren Eltern sich die Finanzierung des Studiums
ihrer Kinder nicht leisten können, von einem Hochschulstudium ab- halten.
Das ist keine unbeabsichtigte Nebenwirkung, sondern so gewollt.
Gleichzeitig soll damit die Bildung noch weiter zur Ware verkommen: Wer Geld
hat, kann sie sich leisten, wer nicht, hat halt Pech gehabt. So wie in vielen
anderen Bereichen streift auch hier der Staat seine soziale Aufgabe ab,
nämlich für kostenlose Bildung für alle zu sor- gen. Er
konzentriert sich immer mehr auf die Aufgaben, die ihm von den
Wirtschaftsverbänden zugewiesen werden, nämlich Hilfsdienste für
die Proftimacherei der Konzerne zu leisten, deren Interessen not- falls
militärisch auf der ganzen Welt ("am Hindukusch...") zu
vertreten, und sie im Inneren durch steigende Repression abzusichern. Denn sie
gehen davon aus, dass sich die Menschen diesen Kurs gegen die über-
große Mehrheit der Bevölkerung nicht auf die Dauer gefallen lassen
werden.
Für uns Kommunisten der DKP ist Bildung keine Ware und kein Geschenk,
sondern ein Grundrecht, das nicht käuflich ist. Wenn solche elementaren
Rechte bedroht sind, muss man sich dagegen wehren - am besten gemeinsam mit
anderen, denen es ähnlich geht, die ebenso von Sozialabbau betroffen sind
wie Ihr.
Wir sind solidarisch mit Euch und fordern: Keine Einführung von
Studiengebühren, statt dessen mehr Geld für bessere
Bildungsmöglichkeiten zu Lasten der Profite der Konzerne und des
Rüstungshaushalts, für die Wiedereinführung einer
unabhängigen verfassten Studierendenschaft mit politischem Mandat.
Nur wer sich wehrt, lebt nicht verkehrt !
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