Deutsche Kommunistische Partei
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Edwin Hoernle

Edwin Hoernle wurde am 11. Dezember 1883 in Cannstatt als Sohn eines Pfarrers geboren. Er besuchte die Lateinschule in Schorndorf, das Gymnasium in Ludwigsburg und Stuttgart und studierte danach Theologie in Tübingen und Berlin.

1909 wurde er zum Vikar ernannt, legte das Amt aber kurz darauf nieder und trat in die SPD ein. Er studierte sozialistische Texte und lernte Clara Zetkin, Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Franz Mehring kennen. 1912 wurde er Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung "Schwäbische Tagwacht" in Stuttgart.

Mit Beginn des imperialistischen Weltkrieges organisierte er die antimilitaristische Arbeit unter Jugendlichen. Nachdem er die "schwäbische Tagwacht" verlassen musste, arbeitete er unter anderen in der von Clara Zetkin herausgegeben "Gleichheit". Zusammen mit Liebknecht und Luxemburg trat er der Spartakusgruppe bei und war Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD).

Im Juni 1916 wurde er wegen seiner Antikriegsarbeit verhaftet und im August strafweise an die Westfront geschickt. Im Frühjahr 1917 erneute Verhaftung wegen Propaganda gegen den Krieg. Danach Rückkehr an die Front und nach einer Verwundung Verlegung in ein Lazarett in Stuttgart. Hoernle beteiligt sich an der Organisierung der Novemberrevolution, wird Mitglied des Arbeiter- und Soldatenrates von Groß-Stuttgart und gibt dessen Zeitung "Rote Fahne" heraus.

Nach einer Großkundgebung am 9. Januar 1919 wird er in Stuttgart verhaftet und sitzt fünf Monate in U-Haft. Im "Stuttgarter Kommunistenprozess" wird er aber frei gesprochen. Bis Herbst 1920 ist er dann Vorsitzender der KPD Württemberg.

Edwin Hoernle nimmt am III. und IV. Weltkongress der Kommunistischen Internationale (KI)) teil. Im Oktober 1920 übernimmt er in der Parteizentrale der KPD die Abteilung "Land" und gibt eine Zeitung für Landarbeiter heraus.

1921 wird er Verantwortlicher für Bildung und Propaganda und gibt gemeinsam mit Hermann Duncker marxistisches Schulungsmaterial heraus und organisiert Bildungszirkel. Edwin Hoernle leistet theoretische und praktische Unterstützung für die kommunistische Kinderbewegung. 1923 erscheint seine Schrift "Die Arbeit in den kommunistischen Kindergruppen", 1929 sein Werk "Grundfragen der proletarischen Erziehung".

Von 1924 bis zum 31. März 1933 war er Abgeordneter der KPD im Reichstag. Im April 1933 schickt ihn das Zentralkomitee der KPD in die Schweiz. Im gleichen Jahr übernimmt er eine Funktion am Internationalen Agrarinstitut in Moskau.

1938 wird er Abteilungsleiter am Moskauer Weltwirtschaftsinstitut. 1938 wird ihm und seiner Frau Helene in Nazi-Deutschland die Staatsbürgerschaft entzogen und er kommt auf die Sonderfahndungsliste des Reichssicherheitshauptamtes.

Hoernle wird Mitglied des Nationalkomitees Freies Deutschland und leistet antifaschistische Arbeit unter deutschen Kriegsgefangenen in der Sowjetunion.

Nach dem Sieg über den Faschismus kehrt er im Mai 1945 nach Deutschland zurück. Bis zu seinem Tod 1952 arbeitet er in der Sowjetischen Besatzungszone und der DDR als Landwirtschaftspolitiker und -theoretiker und nimmt führend an der Bodenreform teil.




"Wir verlangen mehr vom Leben, als die Befriedigung äußerer Bedürfnisse; Sozialismus ist uns mehr, als bloß ein Kampf um wirtschaftliche Interessen, materielle Wohlfahrt. Was unserem Streben den hohen Flug, die innere Glut verleiht, ist das Bewusstsein, dass das Leben mehr, unendlich mehr zu geben hat, als Essen und Trinken, Wohnung und Kleidung, Gesundheit und sorgenfreies Auskommen."
(Edwin Hoernle: Goethes Faust. 1916)

"Der Kampf um den Kommunismus bedarf eiserner Disziplin, vollendeter Hingabefähigkeit. Aber Disziplin und Hingabe ist nur dort möglich, wo zugleich höchste Genussfähigkeit, heiterste Weltfreude gedeiht. Asketen sind schlechte Revolutionäre."
(Edwin Hoernle, 1921)



Das proletarische Kind

Erste Ausgabe aus dem Jahr 1921





Das proletarische Kind

Mitteilungsblatt für Leiter und Freunde kommunistischer Kindergruppen

Herausgegeben vom Exekutivkomitee der Kommunistischen Jugend-Internationale

Schriftleitung: Edwin Hoernle, Berlin-Grunewald, Charlottenbrunner Str. 45

Nummer 1 - Berlin, 1. Februar 1921 - 1. Jahrgang

Warum gründen wir Kindergruppen?

Die erste der Thesen, die auf der Reichskonferenz der kommunistischen Kindergruppenleiter Deutschlands angenommen wurden, sagt unter anderem kurz und bündig: Das proletarische Kind ist der Verwahrlosung und der Beeinflussung durch seine Klassenfeinde preisgegeben.

Unsere Frage ist damit beantwortet, und es kommt nur darauf an, diese Verwahrlosung und diese Beeinflussung durch die Klassenfeinde in den Einzelheiten darzulegen, um daraus Schlüsse zu ziehen auf den Inhalt und die Aufgaben der kommunistischen Kindergruppen.

Am Anfang hat der Kapitalismus ...



5.5.2006

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