Nr. 268 - 1.3.2010
Weg mit Hartz 4 - Arbeitsplätze brauchen wir!
Wir zahlen nicht für Eure Krise! -
Zwingen wir die Profiteure zur Kasse!
Gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Bevölkerung finden
im März breite Proteste und Demonstrationen statt. So am 6. März in
Nürnberg und am 20. März in Essen und Stuttgart. Wir
veröffentlichen aus diesem Anlass den Aufruf zur Demonstration in
Essen.
Die Krise des Kapitalismus ist nicht vorbei. Prekär Beschäftigte,
MigrantInnen und ihre Familien traf es zuerst. Nun beginnen die
Massenentlassungen. Die Krise darf aber nicht aus den Taschen von uns
Lohnabhängigen, Erwerbslosen, Jugendlichen und RentnerInnen bezahlt
werden!
Wir sind nicht für diese Krise verantwortlich. Ganz im Gegenteil: Wir
sind diejenigen, die Tag für Tag durch unsere Arbeit den Reichtum dieser
Gesellschaft schaffen. Dieser Reichtum kommt aber nicht uns zugute. Wir sind
diejenigen, die tagtäglich der Gefahr von Erwerbslosigkeit und Armut
ausgesetzt sind.
In den letzten Jahren hat die Politik immer wieder Unternehmenssteuern
gesenkt und Massensteuern erhöht. Der Höhepunkt dieser Politik waren
die milliardenschweren Finanzpakete für die Banken. Wir brauchen jetzt eine
genau umgekehrte Politik. Dafür ist Druck von der Straße nötig!
...
Im Laufe dieses Jahres wird uns die Krise mit voller Wucht treffen. Mittels
Leiharbeit, Hartz IV und Studiengebühren sollen wir für diese Krise
zahlen.
Viele andere Maßnahmen kommen hinzu, andere sind geplant. So gibt es
Überlegungen, die Lebensmittel demnächst voll zu besteuern. Den
Kommunen werden die Gelder gestrichen, Massenentlassungen, auch von
Stammbelegschaften, beginnen. Hunderttausende LeiharbeiterInnen sind bereits
entlassen. Zudem treibt die Regierung den Sozialabbau immer weiter voran. Nach
der "Rente mit 67" ist die geplante Einführung der Kopfpauschale
in der Krankenversicherung die Fortsetzung der Angriffe der letzten Jahre.
Dagegen müssen wir einen breiten Widerstand organisieren!
Nicht wir - Lohnabhängige, Erwerbslose, RentnerInnen und Jugendliche -
werden diese Krise bezahlen! Wir zwingen die Profiteure zur Kasse. Dazu ist der
Streik - auch der politische - ein mächtiges Mittel, denn ohne unsere
Arbeit gibt es gar keine Profite. Wir fordern:
- Entlassungsverbot
- Unbefristete Übernahme aller LeiharbeiterInnen und Befristeten zu
gleichen Tariflöhnen
- Hartz IV abschaffen - übergangsweise 500 Euro Grundsicherung
- Rente ab 60 statt "Rente mit 67"
- Eine Schule für Alle - mit kleineren Klassen und mehr Lehrern
- Studiengebühren abschaffen - Bachelor/Master System reformieren
- Ausbildungsplätze für alle - Übernahme aller Auszubildenden
im erlernten Beruf
- 30-Stunden-Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich
- Gesetzlicher Mindestlohn von 10 Euro
- Abzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland
Die gewerkschaftlichen und sozialen Kämpfe nehmen an Fahrt auf:
Tausende AutomobilarbeiterInnen kämpfen um ihre Arbeitsplätze.
GebäudereinigerInnen und ErzieherInnen gehen auf die Straße, im Juni
demonstrierten rund 250.000 SchülerInnen und StudentInnen für bessere
Bildungsbedingungen, im März vergangenen Jahres protestierten 55.000
Menschen unter dem Motto "Wir zahlen nicht für Eure Krise"
...
Gleichzeitig mit unserer Demonstration findet in Essen eine Konferenz der
Friedensbewegung statt, mit der wir uns solidarisieren. Der Krieg ist ein Mittel
der Profiteure, um neue Absatzmärkte zu erobern, Waffen zu verkaufen und um
sich begrenzte Ressourcen zu sichern. Wir sind erklärte GegnerInnen des
Krieges.
Wir zahlen nicht für Eure Krise!
Zwingen wir die Profiteure zur Kasse!
Für eine solidarische Gesellschaft ohne Profitlogik!
1910 - 2010
8. März - 100 Jahre Internationaler Frauentag
Widerstand ist nötig - damals und heute!
Zu den Vorläufern des Internationalen Frauentages gehören die
Demonstrationen der New Yorker Arbeiterinnen 1858 gegen unmenschliche
Arbeitsbedingungen und für gleiche Löhne, die großen Streiks und
Demonstrationen der Tabak- und Textilarbeiterinnen 1908 in Manhattan und der
Streik von 20.000 Näherinnen 1909 in der gleichen Stadt. Mehrere tausend
Arbeiterinnen wurden verhaftet, aber der Kampf der Hemdennäherinnen wurde
zwei Monate durchgehalten und endete mit einem Erfolg.
Im August 1907 tagte die erste Internationale Sozialistische Frauenkonferenz
in Stuttgart mit 58 Delegierten aus 15 Ländern. Clara Zetkin wurde zur
Sekretärin eines internationalen Frauensekretariats gewählt.
Auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart 1907 wurde
beschlossen, "für die Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts
energisch zu kämpfen".
Die zweite Konferenz der Sozialistischen Fraueninternationale 1910 in
Kopenhagen beschließt auf Vorschlag von Clara Zetkin alljährlich zum
8. März einen Internationalen Frauentag als Kampftag zur Durchsetzung der
Rechte der Frauen durchzuführen.
1911 demonstrieren über eine Million Frauen am 8. März für
ihre Rechte.
1918 erhalten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Erst die
Novemberrevolution konnte es durchsetzen.
1927 wird das Mutterschutzgesetz durchgesetzt.
1930/31: Massendemonstrationen gegen den § 218.
1931 wird der Internationale Frauentag zum Tag des Kampfes gegen Faschismus
und Kriegsgefahr.
Mit der Machtübertragung an die Hitler-Faschisten setzen diese ihr
reaktionäres Rollenbild von der Frau als Mutter des "germanischen
Helden" durch. Der Internationale Frauentag wird zum
nationalsozialistischen Muttertag.
Aber sogar unter den Bedingungen des Naziterrors finden mutige Frauen im
Frauenkonzentrationslager Ravensbrück (illegale) Wege, den 8. März zu
begehen.
1948/49: Im parlamentarischen Rat gibt es monatelang heftigen Widerstand
gegen die Grundgesetz-Formulierung "Männer und Frauen sind
gleichberechtigt." Erst als Frauen massenhaft protestieren, wird der
Artikel durchgesetzt. Die Adenauer-Regierung verschleppt die Rechtsanpassungen
im Alltag, erst 1958 tritt das "Gleichberechtigungsgesetz" in
Kraft.
In den 50er Jahren steht der Kampf gegen die Wiederbewaffnung auf der
Tagesordnung. Es entsteht eine eigenständige Frauenfriedensbewegung.
1957 wird der Demokratische Frauenbund verboten.
In den 60er Jahren verbinden Frauen den Kampf um ihre Rechte mit dem Kampf
gegen Atomwaffen und Notstandsgesetze.
In den 70ern gibt es große Demonstrationen gegen den § 218.
1979 machen Gewerkschafterinnen den Internationalen Frauentag zu ihrer Sache.
1982 beschließt der DGB den 8. März als Bestandteil seiner
Arbeit.
Heute ist der 8. März als Tag des Kampfes für die Rechte der
Frauen wichtiger denn je. Armut ist in Deutschland und in der EU vor allem
weiblich. Drei Viertel der heute 30-59 Jahre alten Frauen sind von Altersarmut
bedroht. Alleinerziehende Frauen sind überdurchschnittlich von Armut
betroffen. Die Hartz-Gesetze bringen sie in erneute
Abhängigkeitsverhältnisse und machen eigene Lebensplanungen kaputt. 2
von 3 Minijobbern ohne Sozialversicherung sind Frauen. Frauen finden ihre Jobs
vor allem im Dienstleistungsbereich und im Sozialwesen in schlecht bezahlten
Positionen. Ihre Löhne sind 25 bis 30% niedriger als die von Männern.
Im Alter beziehen sie Renten, die 50% unter denen der Männer liegen. Als
geringfügig Beschäftigte oder in Aushilfsjobs zahlen Frauen als erste
die Zeche der kapitalistischen Krise. Sie müssen privat und unentgeltlich
dafür nacharbeiten, dass das Bildungswesen, die Versorgung von Kranken und
Alten finanziell immer weiter ausgeblutet wird.
Der 8. März bleibt deshalb ein Tag zum Zurückblicken und nach
vorne gehen. Ein Tag zum nachdenklichen Feiern und zum Streiten für
Frauenrechte, Menschenrechte und Frieden.
Veranstaltung der DKP Baden-Württemberg
100 Jahre Internationaler Frauentag
Zurückblicken - Nach vorne gehen
Samstag, 13. März 2010, 14:30 Uhr
Waldheim Gaisburg, Stuttgart