Deutsche Kommunistische Partei
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Tübingen:
Mi | 17.5.2006 | 2000 | "Linkes Forum" (Ammergasse 14, 1.Stock)

Der DDR-Spion,
der Ernst Blochs Enkel war

Dieter W. Feuerstein war 21 Jahre lang hauptamtlicher Informeller Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes der DDR u.a. bei der Jungen Union Hessen und beim Rüstungsgiganten Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB, heute EADS) in Ottobrunn bei München. Fast gleichzeitig erfuhr Feuerstein als Jugendlicher zwei Dinge:

1. Hinter der Fassade eines Großbürgers in den Chefetagen eines multinationalen Rüstungskonzerns war sein Vater nach der Gefangennahme während des 2. Weltkrieges in Polen beim Aufbau antifaschistischer Lagerkomitees und der Schulung von Mitgefangenen (zusammen mit Hermann Kant u.a.) tätig. Nach dem Studium des Marxismus-Leninismus in Leipzig u.a. beim Philosophen Ernst Bloch ging er zurück in seine Heimat nach Mannheim, um später in Aachen Maschinenbau zu studieren. Nach dem Studium erlangte er schnell wichtige Positionen im Rüstungskonzern Gilette - sehr zur Freude der Genossen in Berlin.

2. Nicht nur dies kam heraus, sondern auch, daß die Mutter des Spionage-Papas Mitte der 20iger Jahre eine Affäre mit einem jungen Philosophie Studenten namens Ernst Bloch hatte, die nicht ohne Folgen blieb - der Spionage-Papa war geboren.

Als 1990 Dieter W. Feuerstein in den Wirren des Zusammenbruchs der DDR entarnt wurde, titelte die Prese sinngemäß "Bloch-Enkel spionierte für die DDR". Nach 4 Jahren Haft und 16 Jahre gesamtdeutschem Kapitalismus resümiert Feuerstein über den Sinn seiner verdeckten Arbeit zum Schutz und Aufbaus des Sozialismus auf deutschem Boden und was sein Großvater Ernst damit zu tun hatte und welches manch Boulevard-Journalist gerne dazugedichtet hat und dichten würde.

Veranstalter: DKP Tübingen
www.dkp-tuebingen.de

15.5.2006
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