Deutsche Kommunistische Partei
» Start » Termine
13.3.2010
100 Jahre Internationaler Frauentag

Zurück blicken - Nach vorne gehen

Veranstaltung zum Internationalen Frauentag

Lauter Frauen! führen durch die Jahrzehnte der Kämpfe für Frauenrechte, Menschenrechte und Frieden.

In unterhaltsamer Weise wird deutlich, dass Frauen sich nicht von den Widerständen schrecken ließen. Mutig, stark und solidarisch kämpften sie für Brot und Rosen.

Referentin: Anna Cordi (SDAJ Bundesvorstand)

Samstag, 13. März 2010, 14:30 Uhr

Stuttgart, Waldheim Gaisburg, Neue Obere Halde (Waldebene Ost)


Widerstand ist nötig - damals und heute!

Zu den Vorläufern des Internationalen Frauentages gehören die Demonstrationen der New Yorker Arbeiterinnen 1858 gegen unmenschliche Arbeitsbedingungen und für gleiche Löhne, die großen Streiks und Demonstrationen der Tabak- und Textilarbeiterinnen 1908 in Manhattan und der Streik von 20.000 Näherinnen 1909 in der gleichen Stadt. Mehrere tausend Arbeiterinnen wurden verhaftet, aber der Kampf der Hemdennäherinnen wurde zwei Monate durchgehalten und endete mit einem Erfolg.

Im August 1907 tagte die erste Internationale Sozialistische Frauenkonferenz in Stuttgart mit 58 Delegierten aus 15 Ländern. Clara Zetkin wurde zur Sekretärin eines internationalen Frauensekretariats gewählt.

Auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart 1907 wurde beschlossen, "für die Einführung des allgemeinen Frauenwahlrechts energisch zu kämpfen".

Die zweite Konferenz der Sozialistischen Fraueninternationale 1910 in Kopenhagen beschließt auf Vorschlag von Clara Zetkin alljährlich zum 8. März einen Internationalen Frauentag als Kampftag zur Durchsetzung der Rechte der Frauen durchzuführen.

1911 demonstrieren über eine Million Frauen am 8. März für ihre Rechte.

1918 erhalten Frauen in Deutschland das Wahlrecht. Erst die Novemberrevolution konnte es durchsetzen.

1927 wird das Mutterschutzgesetz durchgesetzt.

1930/31: Massendemonstrationen gegen den § 218.

1931 wird der Internationale Frauentag zum Tag des Kampfes gegen Faschismus und Kriegsgefahr.

Mit der Machtübertragung an die Hitler-Faschisten setzen diese ihr reaktionäres Rollenbild von der Frau als Mutter des "germanischen Helden" durch. Der Internationale Frauentag wird zum nationalsozialistischen Muttertag.

Aber sogar unter den Bedingungen des Naziterrors finden mutige Frauen im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück (illegale) Wege, den 8. März zu begehen.

1948/49: Im parlamentarischen Rat gibt es monatelang heftigen Widerstand gegen die Grundgesetz-Formulierung "Männer und Frauen sind gleichberechtigt." Erst als Frauen massenhaft protestieren wird der Artikel durchgesetzt. Die Adenauer-Regierung verschleppt die Rechtsanpassungen im Alltag, erst 1958 tritt das "Gleichberechtigungsgesetz" in Kraft.

In den 50er Jahren steht der Kampf gegen die Wiederbewaffnung auf der Tagesordnung. Es entsteht eine eigenständige Frauenfriedensbewegung.

1957 wird der Demokratische Frauenbund verboten.

In den 60er Jahren verbinden Frauen den Kampf um ihre Rechte mit dem Kampf gegen Atomwaffen und Notstandsgesetze.

In den 70ern gibt es große Demonstrationen gegen den § 218.

1979 machen Gewerkschafterinnen den Internationalen Frauentag zu ihrer Sache.

1982 beschließt der DGB den 8. März als Bestandteil seiner Arbeit.

Heute ist der 8. März als Tag des Kampfes für die Rechte der Frauen wichtiger denn je. Armut ist in Deutschland und in der EU vor allem weiblich. Drei Viertel der heute 30-59 Jahre alten Frauen sind von Altersarmut bedroht. Alleinerziehende Frauen sind überdurchschnittlich von Armut betroffen. Die Hartz-Gesetze bringen sie in erneute Abhängigkeitsverhältnisse und machen eigene Lebensplanungen kaputt. 2 von 3 Minijobbern ohne Sozialversicherung sind Frauen. Frauen finden ihre Jobs vor allem im Dienstleistungsbereich und im Sozialwesen in schlecht bezahlten Positionen. Ihre Löhne sind 25 bis 30% niedriger als die von Männern. Im Alter beziehen sie Renten, die 50% unter denen der Männer liegen. Als geringfügig Beschäftigte oder in Aushilfsjobs zahlen Frauen als erste die Zeche der kapitalistischen Krise. Sie müssen privat und unentgeltlich dafür nacharbeiten, dass das Bildungswesen, die Versorgung von Kranken und Alten finanziell immer weiter ausgeblutet wird.

Der 8. März bleibt deshalb ein Tag zum Zurückblicken und nach vorne gehen. Ein Tag zum nachdenklichen Feiern und zum Streiten für Frauenrechte, Menschenrechte und Frieden.


Karte:


Größere Karte anzeigen

OpenStreetMap ist ein freies Geodaten-Projekt.

© Deutsche Kommunistische Partei (DKP), Baden-Württemberg