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Stellungnahme des Bezirksvorstandes
zum Arbeitskampf der Lokführer
Wer sich nicht wehrt lebt verkehrt
- ein seit Jahren geprägtes Leitmotiv unserer Partei.
Wir wollen und brauchen Gewerkschaften, die kämpfen. Eine Forderung, die
von immer mehr Beschäftigten und Belegschaften angesichts immer
spürbarer Verschlechterungen der Arbeits- und Lebensbedingungen erhoben und
praktiziert wird. Ein wichtiges Signal setzen hierfür die
Lokführer.
Die Einheitsgewerkschaften, an deren Schaffung und Stärkung
Kommunistinnen und Kommunisten wesentlich mitgewirkt haben, sind eine wichtige
Errungenschaft der Arbeiterbewegung unseres Landes. Die DKP ist der
Überzeugung, dass starke an den Interessen der arbeitenden Menschen
orientierte kämpferische Gewerkschaften unentbehrlich sind. Deshalb wirken
wir für die Stärkung und Festigung der Einheitsgewerkschaften. Dabei
geht es uns um die Überwindung von Widersprüchen und Inkonsequenzen
in der gewerkschaftlichen Politik und damit um die Erhöhung des Ansehens,
der Glaubwürdigkeit und der Kampfkraft der Gewerkschaften.
Der Glaube an eine "Sozialpartnerschaft" zwischen Kapital und
Arbeit ist ein verhängnisvoller Irrglaube, der die Gewerkschaften nicht
stärkt sondern schwächt. Dieser Glaube, das Tun und Handeln in diesem
Sinne, ist nicht nur in den Führungen, sondern auf allen Ebenen unserer
Gewerkschaften und des DGB vorhanden.
Darin sehen wir die wesentliche Ursache, wenn historische Errungenschaften
der Einheitsgewerkschaft gefährdet sind, Vertrauensverlust unter
Mitgliedern und Beschäftigten anzutreffen ist und u.a. einzelne
Gewerkschaften und Belegschaften zu eigenen Kampfformen greifen.
Das gemeinsame, solidarische Kämpfen und Handeln ist uns immer wichtiges
Ziel. Wo es aber Gewerkschaften daran fehlen lassen, den gemeinsamen Kampf gegen
immer dreisteren Sozialabbau zu organisieren und zu fördern, da
unterstützen wir den Kampfwillen und Kampfbereitschaft der
Beschäftigten bis hin zum Streik.
Die über Jahre unnachgiebige Haltung der DB und über Jahre hinweg
zurückhaltende Lohnpolitik von transnet, ihr Verzicht auf entschlossenen
Kampf für höhere Tarifabschlüsse und nicht zuletzt auch ihre
Unterstützung der Bahnprivatisierung (als einzige DGB-Gewerkschaft!)
zwingt nun die Lokführer zum Streik für ihre berechtigten
Forderungen und Interessen.
Unsere Solidarität gehört ihnen. Dies auch deshalb, weil sie ihren
Kampf bereits um weit mehr führen als um die eignen
Arbeitsbedingungen, nämlich auch um das Streikrecht. Wenn Gerichte
über Recht oder Unrecht von Streik befinden sollen, dann ist ein
wesentliches Grundrecht in Gefahr - unser aller Recht also!
Wir fürchten nicht die Lahmlegung der Wirtschaft.
Dies hätten ohnehin diejenigen zu verantworten, die den Lokführern
ihren berechtigten Lohn für verantwortungsvolle Arbeit vorenthalten.
Dreist und unverschämt finden wir, was das Kapital und die Mehdorns
dieses Landes den Beschäftigten zumuten, sich selbst aber auf Kosten der
Mehrheit in unverschämter Art und Weise bereichern.
Es ist Zeit sich der Worte Willi Bleichers zu erinnern:
"Der Kapitalismus wird nie seinen Frieden machen mit der
Arbeiterklasse. Und die Arbeiterklasse kann dies nicht mit dem
Kapitalismus."
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