Streikauseinandersetzungen der Beschäftigten im Einzelhandel
Seit einigen Monaten stehen die Einzelhandelsbeschäftigten in
verschiedenen Bundesländern in harten Auseinandersetzungen um Lohn- und
Gehaltserhöhungen. Gleichzeitig haben die so genannten
"Arbeitgeber" die Manteltarifverträge gekündigt, in denen
Arbeitsbedingungen und auch finanzielle Zuschläge geregelt sind.
In Baden-Württemberg fordert ver.di für die 220.000
Beschäftigten Lohn- und Gehaltserhöhungen von 5,5%, mindestens jedoch
100,- Euro, und einen tariflichen Mindestlohn von 1500,- Euro. Seit
April 2007 weigern sich die Arbeitgeberverbände, in denen die großen
Einzelhandelskonzerne den Ton angeben, ein Angebot vorzulegen, wenn die
Gewerkschaft nicht im Gegenzug bereit ist, den Beschäftigten den Verzicht
bzw. die Reduzierung von Nacht-, Spät- und ähnlichen Zuschlägen
zuzumuten.
Ziel der Unternehmer ist es, den Arbeitslohn zu drücken. Es soll den
Beschäftigten mehr durch die Wegnahme von Zuschlägen genommen werden,
als ihnen in Form einer allgemeinen Gehaltserhöhung zugestanden wird.
Dagegen setzen sich die Kolleginnen und Kollegen seit Monaten,
verstärkt seit Oktober, in vielen Streikaktionen auch in
Baden-Württemberg zur Wehr, bestreiken zum Teil mehrere Tage lang
"ihre" Betriebe. Gerade auch junge Belegschaften wie die von H+M in
Stuttgart zeigen dabei beispielgebende Kampfbereitschaft.
Wir Kommunisten in Baden-Württemberg unterstützen sie
selbstverständlich in ihrem berechtigtem Kampf um mehr Lohn und Gehalt und
gegen eine Verringerung der Zulagen für ungünstige Arbeitszeiten und
Verschlechterung der Arbeitszeiten, getarnt mit dem Begriff
"Flexibilisierung". Wenn das Schreckgespenst von Streiks in der
Vorweihnachtszeit an die Wand gemalt wird, so sagen wir: die Unternehmer haben
es immer noch selbst in der Hand, sie zu verhindern, indem sie ein
vernünftiges, verhandelbares Angebot vorlegen und auf ihre frechen
Kürzungsforderung verzichten.
Wenn sie das nicht tun, so heißt das: sie wollen Streiks gerade in der
Vorweihnachtszeit provozieren, weil sie glauben, dass damit der Unmut der
Kunden die Beschäftigten zum Einknicken bringen wird, oder ver.di sich von
vorheherein nicht traut, in dieser Zeit zu Streiks aufzurufen.
Es geht vor allem den Einzelhandelskonzernen darum, zu Lasten der
Beschäftigten ihre Gewinne zu halten und zu erhöhen. Denn wenn schon
große Teile der Bevölkerung wegen der jahrelangen Umverteilung von
unten nach oben immer weniger Geld in der Tasche haben, das sie ausgeben
können, dann muss eben bei den Beschäftigten gespart werden. Wir
sagen: Wer sich dagegen nicht wehrt, der lebt verkehrt.
Wir sind gerne bereit, aktiv Solidarität zu üben, auch
beispielsweise, indem wir mit Streikposten stehen. Dem Druck von oben, dem
Klassenkampf von oben muss Druck von unten, Klassenkampf von unten
entgegengestellt werden. Die Beschäftigten, die so handeln, finden uns
Kommunisten solidarisch an ihrer Seite.
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13.11.2007
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